Terrassenbeschattung Ratgeber

Norm

g-Wert, g-tot und Fc-Wert: was die Zahlen bedeuten

Kurz gesagt

Der g-Wert beschreibt das Glas, der Fc-Wert die Beschattung, g-tot beides zusammen. Eine Beispielrechnung zeigt, warum außenliegender Sonnenschutz nicht ein bisschen, sondern um ein Vielfaches besser wirkt.

g-Wert: was durch das Glas kommt

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) beschreibt, welcher Anteil der auftreffenden Sonnenenergie durch eine Verglasung in den Raum gelangt. Er liegt zwischen 0 und 1. Ein g-Wert von 0,6 heißt: 60 Prozent der Energie kommen durch.

Er ist eine Eigenschaft des Glases, nicht der Beschattung. Beim Neubau oder Glastausch lässt sich darüber steuern, wie viel Energie überhaupt ankommt — mit dem bekannten Nachteil: Ein niedriger g-Wert wirkt ganzjährig, also auch im Winter, wenn der Wärmegewinn willkommen wäre.

Fc-Wert: was die Beschattung davon abhält

Der Fc-Wert (Abminderungsfaktor) nach DIN 4108-2 beschreibt die Wirkung der Sonnenschutzvorrichtung. Auch er liegt zwischen 0 und 1, und auch hier gilt: kleiner ist besser.

  • Fc = 1,0 — kein Sonnenschutz vorhanden
  • Fc ≈ 0,9 — innenliegender Sonnenschutz, dunkel und hoch transparent
  • Fc ≈ 0,5 — außenliegende Markise
  • Fc ≈ 0,25 — außenliegender Raffstore

Die Zahlen zeigen den Kern der ganzen Sache: Der Unterschied zwischen innen und außen liegt nicht bei zehn oder zwanzig Prozent, sondern in einer anderen Größenordnung.

g-tot: beides zusammen

Aus g-Wert und Fc-Wert ergibt sich der g-tot-Wert — die Gesamtwirkung von Verglasung und Sonnenschutz. Rechnerisch ist es das Produkt beider Werte: Eine Verglasung mit g = 0,6 und eine außenliegende Markise mit Fc = 0,5 kommen zusammen auf g-tot = 0,30. Es gelangen also noch 30 Prozent der Sonnenenergie in den Raum.

Dieselbe Verglasung mit innenliegendem Sonnenschutz (Fc = 0,9) käme auf g-tot = 0,54 — fast das Doppelte. An dieser einen Rechnung hängt die gesamte Empfehlung, gegen Hitze außen zu beschatten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen g-Wert und Fc-Wert?

Der g-Wert beschreibt die Verglasung: welcher Anteil der Sonnenenergie durch das Glas kommt. Der Fc-Wert nach DIN 4108-2 beschreibt die Sonnenschutzvorrichtung: wie stark sie diesen Eintrag zusätzlich mindert. Beide multipliziert ergeben den g-tot-Wert.

Was ist ein guter Fc-Wert?

Je kleiner, desto besser. Außenliegende Markisen liegen bei etwa 0,5, außenliegende Raffstores bei rund 0,25. Innenliegender Sonnenschutz erreicht je nach Ausführung nur etwa 0,9 und wirkt damit kaum auf den Wärmeeintrag.

Wie rechnet man den g-tot-Wert aus?

g-tot = g-Wert der Verglasung × Fc-Wert des Sonnenschutzes. Beispiel: g = 0,6 und Fc = 0,5 ergeben g-tot = 0,30, es kommen also noch 30 Prozent der Sonnenenergie in den Raum.

Gelten die Fc-Werte auch für Terrassendächer?

Nur näherungsweise. Die Werte der DIN 4108-2 beziehen sich auf Verglasungen im Gebäude. Die Größenordnung — außen deutlich wirksamer als innen — lässt sich übertragen, die konkreten Zahlen nicht eins zu eins.

Quellen

  1. DIN 4108-2, Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden — Mindestanforderungen an den Wärmeschutz — Norm, Bezug über Beuth-Verlag
  2. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Wärmeschutz“, Ausgabe April 2024 — Fachverband (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

Weiterlesen