Terrassenbeschattung Ratgeber

Bauart

Aufdachbeschattung: Sonnenschutz über dem Glas

Kurz gesagt

Sie fängt die Strahlung ab, bevor sie das Glas erreicht — das ist der wirksamste Weg gegen Hitze unter dem Terrassendach. Der Preis dafür sind Verschmutzung, Windlast und eine aufwendigere Montage.

Warum sie gegen Hitze wirkt

Aufdachbeschattung liegt über der Verglasung. Die Sonnenstrahlung trifft also zuerst auf das Tuch und erst danach — stark reduziert — auf das Glas. Die Wärme entsteht damit weitgehend außerhalb des Raums.

Der Unterschied ist kein Detail. Nach DIN 4108-2 liegt der Abminderungsfaktor Fc einer außenliegenden Markise bei etwa 0,5, ein außenliegender Raffstore erreicht rund 0,25 — während innenliegender Sonnenschutz je nach Ausführung bis zu 0,9 erreicht, also fast keine Wirkung auf den Wärmeeintrag hat.

Der Preis dafür: Wetter und Wind

Was außen liegt, ist außen. Daraus folgen die drei Nachteile der Bauart:

  • Verschmutzung. Laub, Pollen, Regenränder und Vogelkot landen auf dem Tuch. Ein Vorteil dabei: Sie landen nicht mehr auf dem Glas.
  • Windlast. Das System ist dem Wind voll ausgesetzt. Die Windwiderstandsklasse nach DIN EN 13561 ist deshalb hier der zentrale Kennwert, und ein Windwächter gehört zur Grundausstattung, nicht zur Komfortliste.
  • Aufwendigere Montage. Befestigungspunkte müssen tragfähig sein, und bei ungünstiger Dachneigung braucht es Zusatzkonstruktionen.

Wann sich der Aufwand lohnt

Klar bei Süd- und Südwestlage, bei geschlossenen Wintergärten und überall dort, wo der Raum unter dem Glas im Sommer tatsächlich genutzt werden soll. Weniger zwingend bei offenen Terrassenüberdachungen, bei denen die warme Luft seitlich abzieht — dort ist meist Blendung das eigentliche Problem, und dafür genügt eine Lösung unter dem Glas.

Häufige Fragen

Was bringt eine Aufdachmarkise mehr als eine Unterglasmarkise?

Sie fängt die Strahlung ab, bevor sie das Glas erreicht — die Wärme entsteht also gar nicht erst im Raum. Nach DIN 4108-2 liegt der Fc-Wert außenliegender Markisen bei etwa 0,5, innenliegender Sonnenschutz erreicht je nach Ausführung bis 0,9.

Verschmutzt eine Aufdachmarkise schnell?

Sie ist Laub, Pollen und Regen voll ausgesetzt, also ja. Dafür bleibt das Glas darunter sauberer. Bei Standorten unter Bäumen ist die Reinigung ein Punkt, den man vorher einplanen sollte.

Welche Windwiderstandsklasse sollte eine Aufdachmarkise haben?

Je exponierter die Lage, desto höher. Klassifiziert wird über den Winddruck: Klasse 3 beginnt bei 110 N/m² und ist bei Gelenkarm-, Fassaden- und Wintergartenmarkisen die höchste Stufe. Ein Windwächter gehört bei außenliegender Beschattung zur Grundausstattung.

Kann man eine Aufdachmarkise nachrüsten?

Grundsätzlich ja, aber die Statik entscheidet. Befestigungspunkte müssen tragfähig sein und Windlasten aufnehmen können. Bei älteren oder selbst gebauten Konstruktionen gehört das vor die Bestellung.

Quellen

  1. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Wärmeschutz“, Ausgabe April 2024 — Fachverband (PDF)
  2. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Windeinflüsse, Windlasten, Einsatzempfehlungen“, Ausgabe April 2024 — Fachverband, abgestimmt mit den Fachausschüssen der IVRSA (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

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