Terrassenbeschattung Ratgeber

Nachrüsten

Beschattung am bestehenden Terrassendach nachrüsten

Kurz gesagt

Unter dem Glas lässt sich fast jedes Dach nachrüsten, weil die Lasten gering bleiben und die Dachhaut unberührt bleibt. Über dem Glas entscheidet die Statik — und die gehört vor dem Kauf geklärt, nicht danach.

Drei Fragen vor dem ersten Angebot

Nachrüsten ist der Normalfall — die wenigsten Terrassendächer wurden mit Beschattung geplant. Ob es geht und was es kostet, hängt an drei Punkten, die sich ohne Fachbetrieb klären lassen:

  1. Wie ist die Dachkonstruktion aufgebaut? Aluminium-Systemprofile haben meist Nuten, in denen sich Führungen befestigen lassen. Holzkonstruktionen brauchen Schraubpunkte in tragenden Teilen, nicht in der Verkleidung.
  2. Was trägt das Dach zusätzlich? Eine Unterglasmarkise wiegt wenig — aber Kassette, Motor und Führungen bringen Gewicht an Punkte, die dafür nicht unbedingt vorgesehen waren. Bei Aufdachsystemen kommt Windlast dazu.
  3. Wie viel Platz ist unter dem Glas? Unterglassysteme brauchen Höhe für Kassette und Tuchpaket. Bei niedrigen Dächern kann das den Kopfraum spürbar verringern.

Was meist ohne Eingriff in die Statik geht

Seil- oder schienengeführte Systeme unter dem Glas sind der klassische Nachrüstfall. Die Führung läuft an oder zwischen den Sparren, das Tuch wird gezogen oder motorisch bewegt. Vorteil: Die Lasten sind gering, das System liegt wettergeschützt, und die Montage greift nicht in die Dachhaut ein — die Verglasung bleibt also dicht.

Innenliegende Rollos an einzelnen Feldern sind die einfachste Lösung, wirken aber am wenigsten gegen Wärme.

Sonnenschutzfolie ist nachrüstbar, ohne irgendetwas anzubauen — mit dem Nachteil, dass sie ganzjährig wirkt und im Winter Licht und Wärmegewinn kostet.

Wo es schwierig wird

Aufdachmarkisen sind die wirksamste Lösung gegen Hitze, aber beim Nachrüsten der aufwendigste Fall. Sie brauchen tragfähige Befestigungspunkte, halten Windlasten aus und stehen über der Dachfläche — die Statik muss das hergeben. Bei älteren oder selbst gebauten Konstruktionen ist eine fachliche Beurteilung vor dem Kauf sinnvoll, nicht danach.

Häufige Fragen

Kann man Beschattung an jedem Terrassendach nachrüsten?

Unter dem Glas fast immer — seil- oder schienengeführte Systeme greifen nicht in die Dachhaut ein und bringen wenig Last auf. Über dem Glas hängt es an der Statik: Aufdachmarkisen brauchen tragfähige Befestigungspunkte und müssen Windlasten aufnehmen. Bei älteren oder selbst gebauten Konstruktionen gehört das vor den Kauf geprüft.

Welche Maße braucht der Anbieter?

Breite und Tiefe der Fläche, den Sparrenabstand, die lichte Höhe unter dem Dach, die Dachneigung und die Bauart der Konstruktion. Mit diesen Angaben bekommt man vergleichbare Angebote statt unverbindlicher Preisspannen.

Verliert man durch eine Unterglasmarkise Kopfhöhe?

Etwas, ja. Kassette und Tuchpaket brauchen Bauhöhe. Bei niedrigen Terrassendächern ist das ein echter Punkt — vorher die lichte Höhe messen und mit den Maßen des Systems abgleichen.

Ist Sonnenschutzfolie die einfachere Lösung?

Einfacher in der Montage, ja. Aber sie wirkt ganzjährig: Was im Sommer Strahlung abweist, fehlt im Winter als Licht- und Wärmegewinn. Deshalb ist sie eher eine Ergänzung als ein Ersatz für bewegliche Beschattung.

Quellen

  1. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Windeinflüsse, Windlasten, Einsatzempfehlungen“, Ausgabe April 2024 — Fachverband, abgestimmt mit den Fachausschüssen der IVRSA (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

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