Terrassenbeschattung Ratgeber

Montage

Spannen, Neigung und Wasserablauf

Kurz gesagt

Straff gespannt bewegt sich ein Segel kaum — lose gespannt zerstört das Flattern Gewebe und Nähte. Gefälle ist Pflicht, aber wie viel, dazu widersprechen sich die Hersteller.

Faltenfrei ist kein Schönheitsthema

Ein durchhängendes Segel sieht nicht nur nachlässig aus — es flattert bei Wind, und genau dieses Flattern zerstört Gewebe und Nähte. Straff gespannt bewegt sich das Tuch kaum; lose gespannt arbeitet es bei jeder Böe.

Zum Spannen gehören Spannschlösser oder Ratschen an jeder Ecke. Sie erlauben das Nachspannen, das nach den ersten Wochen fällig wird: Gewebe längen sich anfangs, und Seile setzen sich.

Gefälle: unstrittig nötig, umstritten in der Höhe

Damit Regenwasser abfließt, braucht ein Segel Gefälle. Ohne ausreichendes Gefälle sammelt sich Wasser in der Fläche, das Gewicht dehnt das Tuch weiter, es entsteht ein noch tieferer Sack — und am Ende reißt entweder das Tuch oder die Befestigung aus der Wand. Bei Starkregen geht das schnell.

Der Wasserablauf gehört auf eine Ecke

Wichtiger als die genaue Gradzahl ist, wohin das Wasser läuft. Bei einem Rechteck werden dafür zwei gegenüberliegende Ecken höher gesetzt und zwei tiefer — das Wasser läuft dann über die tiefste Ecke ab, nicht über die Mitte einer Kante. Läuft es über eine Kante, entsteht dort ein Schwerpunkt, der das Tuch ausbeult.

Bei Dreiecken ist es einfacher: zwei Punkte höher, einer tiefer. Der tiefste Punkt ist zugleich der Ablauf.

Was beim Nachspannen zu beachten ist

  • Gleichmäßig arbeiten: Immer alle Ecken schrittweise nachziehen, nicht eine bis zum Anschlag. Sonst verzieht sich das Tuch.
  • Nicht überspannen: Das Gewebe soll straff sein, nicht auf Zug stehen. Wer mit Werkzeugverlängerung arbeitet, überschreitet schnell, was Naht und Ösen aushalten.
  • Bei Kälte vorsichtig: Gewebe zieht sich bei niedrigen Temperaturen zusammen. Ein im Hochsommer maximal gespanntes Segel steht im Herbst unter deutlich mehr Spannung.

Häufige Fragen

Wie viel Gefälle braucht ein Sonnensegel?

Dazu gibt es keine Norm. Herstellerangaben reichen von 14 Grad über 14 Prozent bis 20 bis 30 Prozent — 14 Grad entsprechen dabei rund 25 Prozent. Maßgeblich ist die Angabe zum konkreten Gewebe; im Zweifel lieber mehr Gefälle einplanen.

Warum flattert mein Sonnensegel?

Weil es nicht straff genug gespannt ist. Flattern ist nicht nur laut, es zerstört Gewebe und Nähte. Abhilfe: an allen Ecken gleichmäßig nachspannen — Gewebe längen sich in den ersten Wochen.

Wohin sollte das Wasser ablaufen?

Auf eine Ecke, nicht über die Mitte einer Kante. Bei Rechtecken werden zwei gegenüberliegende Ecken höher gesetzt, bei Dreiecken zwei Punkte höher und einer tiefer.

Kann man ein Sonnensegel überspannen?

Ja. Das Tuch soll straff stehen, aber nicht unter maximalem Zug. Besonders im Herbst wird es kritisch: Gewebe zieht sich bei Kälte zusammen, ein im Sommer maximal gespanntes Segel steht dann unter deutlich mehr Spannung.

Quellen

  1. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Windeinflüsse, Windlasten, Einsatzempfehlungen“, Ausgabe April 2024 — Fachverband, abgestimmt mit den Fachausschüssen der IVRSA (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

Weiterlesen