Terrassenbeschattung Ratgeber

Recht

Sturmschaden, Versicherung und Wartung

Kurz gesagt

Wohngebäude, Hausrat oder Haftpflicht — die Zuständigkeit hängt daran, wie fest die Anlage verbunden ist. Und „Sturm“ beginnt im Versicherungssinn üblicherweise erst bei Windstärke 8.

Welche Versicherung überhaupt zuständig ist

Bei Sturmschäden an Beschattung hängt die Zuständigkeit davon ab, wie fest die Anlage mit dem Gebäude verbunden ist:

  • Wohngebäudeversicherung: für Bestandteile des Gebäudes. Fest montierte Markisen werden von vielen Tarifen erfasst — aber längst nicht von allen und häufig nur, wenn sie ausdrücklich mitversichert sind.
  • Hausratversicherung: für bewegliche Sachen. Sonnenschirme und mobile Segel fallen eher hierunter, oft begrenzt und teils nur, wenn sie sich im Gebäude oder auf dem Grundstück befinden.
  • Haftpflichtversicherung: wenn die eigene Anlage bei anderen Schaden anrichtet — etwa ein losgerissenes Segel auf dem Nachbarauto.

Weil die Zuordnung je nach Tarif unterschiedlich ausfällt, ist die einzige verlässliche Auskunft die eigene Police. Die Frage an den Versicherer lautet konkret: Ist meine fest montierte Markise mitversichert — und bis zu welcher Summe?

Was „Sturm“ im Versicherungssinn bedeutet

Versicherungsbedingungen definieren Sturm nicht umgangssprachlich, sondern über eine Windstärke: Üblich ist eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 — das entspricht nach der Beaufort-Skala rund 62 bis 74 km/h. Liegt die gemessene Windstärke darunter, kann der Versicherer die Leistung verweigern, weil der versicherte Fall nicht eingetreten ist.

Das ist der Grund, warum bei Schäden häufig Wetterdaten herangezogen werden. Für die eigene Dokumentation lohnt es sich deshalb, Datum und Uhrzeit des Schadens festzuhalten — die Wetterlage lässt sich später rekonstruieren.

Im Schadensfall

  1. Fotografieren, bevor aufgeräumt wird — Gesamtansicht und Details, auch von Befestigungspunkten.
  2. Weiteren Schaden abwenden: lose Teile sichern. Diese Obliegenheit steht in fast jedem Vertrag.
  3. Schaden zeitnah melden, mit Datum und Uhrzeit.
  4. Nichts entsorgen, bevor der Versicherer zugestimmt hat.
  5. Reparaturangebot einholen statt sofort reparieren zu lassen.

Und der Punkt, der oft vergessen wird: Prüfen, ob die Ursache ein Montagefehler war. Dann kann statt der Versicherung der Betrieb haften, der montiert hat — Gewährleistungsfristen laufen aber.

Häufige Fragen

Zahlt die Versicherung bei einer sturmbeschädigten Markise?

Das hängt vom Tarif ab. Fest montierte Markisen werden von vielen Wohngebäudeversicherungen erfasst, oft aber nur, wenn sie ausdrücklich mitversichert sind. Mobile Sonnenschirme fallen eher unter die Hausratversicherung. Verlässlich ist nur die eigene Police.

Ab welcher Windstärke gilt ein Sturm als Sturm?

Versicherungsbedingungen definieren Sturm üblicherweise als wetterbedingte Luftbewegung ab Windstärke 8 — nach der Beaufort-Skala rund 62 bis 74 km/h. Darunter kann die Leistung verweigert werden, weil der versicherte Fall nicht eingetreten ist.

Was ist, wenn die Markise bei Sturm ausgefahren war?

Dann steht grobe Fahrlässigkeit im Raum, und der Versicherer kann kürzen oder ablehnen — besonders, wenn ein vorhandener Windwächter abgeschaltet war.

Was tun, wenn der Schaden auf einen Montagefehler zurückgeht?

Dann kommt statt der Versicherung die Haftung des Montagebetriebs in Betracht. Wichtig ist, das früh zu prüfen: Gewährleistungsfristen laufen, und Beweise verschwinden beim Aufräumen.

Quellen

  1. Deutscher Wetterdienst: Beaufort-Skala (Wetter- und Klimalexikon) — Bundesbehörde

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

Weiterlesen