Terrassenbeschattung Ratgeber

Planung

Himmelsrichtung und Sonnenstand einplanen

Kurz gesagt

Die Ausrichtung entscheidet über das System, nicht die Quadratmeter. Und weil der Schatten über den Tag wandert, gehört die Beschattung auf die Sonnenseite der genutzten Fläche — bezogen auf die Uhrzeit der Nutzung.

Die Himmelsrichtung entscheidet über das System

Welche Beschattung sinnvoll ist, hängt weniger von der Größe der Terrasse ab als davon, aus welcher Richtung die Sonne kommt — und zu welcher Tageszeit die Fläche genutzt wird.

Ausrichtung und was daraus folgt
AusrichtungSonneTypisches ProblemPassende Lösung
Südmittags hoch, ganztags präsentHitze in der MittagszeitDachbeschattung, bei Glasdach außenliegend
West / Südwestnachmittags und abends, flach einfallendBlendung und Aufheizung genau zur NutzungszeitDachbeschattung plus senkrechter Schutz zur Seite
Ostmorgens, dann Schattenselten Hitze, eher Frühstückssonneleichte Lösungen, oft reicht ein Schirm
Nordkaum direkte SonneHelligkeit statt Hitze, Regen als ThemaRegenschutz wichtiger als Sonnenschutz

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Die Zuordnung beschreibt den Regelfall in Deutschland; Verschattung durch Nachbargebäude oder Bewuchs kann sie deutlich verändern.

Der Sonnenstand lässt sich ausrechnen

Man braucht dafür kein Werkzeug. Die maximale Sonnenhöhe über dem Horizont beträgt am Mittag:

  • Sommersonnenwende: 90° − geografische Breite + 23,44°
  • Tagundnachtgleiche (März, September): 90° − geografische Breite
  • Wintersonnenwende: 90° − geografische Breite − 23,44°

Für Deutschland zwischen 47,3° und 55,0° nördlicher Breite ergibt das rund 58 bis 66 Grad im Hochsommer, 35 bis 43 Grad zur Tagundnachtgleiche und nur 11 bis 19 Grad im Winter.

Sommer, ca. 63° Winter, ca. 17° Terrasse
Im Sommer steht die Sonne steil — ein Glasdach fängt die Strahlung fast senkrecht ab. Im Winter kommt sie flach von der Seite, dann ist derselbe Wintergarten ein Wärmegewinn. Beschattung muss deshalb beweglich sein.

Warum der Schatten wandert

Die Höhe ist nur die halbe Information. Über den Tag wandert die Sonne auch seitlich: Sie geht im Sommer nordöstlich auf, steht mittags im Süden und geht nordwestlich unter. Deshalb liegt der Schatten einer Beschattung nur zur Mittagszeit direkt darunter — morgens fällt er nach Westen, abends nach Osten.

Praktische Konsequenz: Eine Beschattung gehört auf die Sonnenseite der Fläche, die genutzt wird, und zwar bezogen auf die Tageszeit der Nutzung. Wer abends draußen sitzt, versetzt sie nach Westen; wer mittags isst, mittig.

Verschattung durch die Umgebung

Nachbargebäude, Bäume und die eigene Hauswand nehmen einen Teil der Arbeit ab — aber nicht gleichmäßig übers Jahr. Ein Laubbaum beschattet im Juli und lässt im April Licht durch; ein Nachbargebäude wirft im Winter einen viel längeren Schatten als im Sommer, weil die Sonne tiefer steht.

Wer im Frühjahr plant, unterschätzt deshalb regelmäßig die Sommersituation: Im April steht die Sonne rund 20 Grad tiefer als im Juni.

Häufige Fragen

Wie hoch steht die Sonne im Sommer?

In Deutschland am Mittag der Sommersonnenwende zwischen rund 58 und 66 Grad über dem Horizont, je nach geografischer Breite. Zur Tagundnachtgleiche sind es 35 bis 43 Grad, im Winter nur 11 bis 19 Grad. Die Werte lassen sich mit 90° minus Breitengrad plus beziehungsweise minus 23,44° selbst ausrechnen.

Welche Beschattung passt zu einer Westterrasse?

Eine Kombination: Dachbeschattung gegen die hoch stehende Sonne und senkrechter Schutz zur Seite gegen die flach einfallende Nachmittags- und Abendsonne. Gegen diese hilft kein Ausfall der Welt, weil sie unter jedem Dach hindurchkommt.

Warum liegt der Schatten nicht unter der Markise?

Weil die Sonne nur mittags fast senkrecht steht. Morgens fällt der Schatten nach Westen, abends nach Osten. Die Beschattung gehört deshalb auf die Sonnenseite der genutzten Fläche — bezogen auf die Uhrzeit der Nutzung.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Beschattung zu planen?

Am aussagekräftigsten ist der Hochsommer, weil dann der Sonnenstand am höchsten ist. Wer im Frühjahr plant, unterschätzt die Sommersituation: Im April steht die Sonne etwa 20 Grad tiefer als im Juni.

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