Material
Sonnenschutzgewebe im Vergleich
Kurz gesagt
HDPE ist luftdurchlässig, beschichtetes Polyester hält leichten Regen ab, spinndüsengefärbtes Acryl bleicht kaum aus. Wasserdicht heißt ab etwa 1.000 bis 1.200 mm Wassersäule — und auch dann nur mit Gefälle und Wasserablauf.
Vier Materialgruppen
Der Stoff bestimmt, was eine Beschattung leistet — und er macht einen erheblichen Teil des Preises aus. Vier Gruppen decken den Markt weitgehend ab:
| Material | Eigenschaften | Wasser | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| HDPE (Polyethylen-Netzgewebe) | Luftdurchlässig durch offene Struktur, leicht, geringe Angriffsfläche für Wind. Herstellerangaben nennen bis zu 98 % UV-Reduktion. | wasserdurchlässig | Freistehende Sonnensegel, ungeschützte Lagen |
| Polyester, beschichtet | Reißfest und leicht; mit Fluorcarbonharz-Imprägnierung schmutz- und wasserabweisend. Herstellerangaben nennen etwa 95 % UV-Schutz. | wasserabweisend bis dicht | Sonnensegel, Markisentuch im mittleren Segment |
| Acryl, spinndüsengefärbt | Durchgefärbte Fasern, dadurch sehr farbecht; wasser- und schmutzabweisend, textile Optik, warmes Licht darunter. | wasserabweisend | Markisentücher, sichtbare Flächen an der Terrasse |
| Technische Gewebe (Glasfaser-PVC, Aluminiumanteil) | Formstabil, hohe Reflexion, oft für Unterglas- und Screenanwendungen entwickelt. | je nach Aufbau | Unterglasbeschattung, Senkrechtmarkisen |
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Die Angaben fassen typische Materialeigenschaften zusammen. Konkrete Kennwerte stehen im Datenblatt des jeweiligen Gewebes — allgemeine Materialaussagen ersetzen es nicht.
Wasserdicht, wasserabweisend, luftdurchlässig
Diese drei Begriffe werden im Handel oft vermischt, meinen aber Verschiedenes:
- Luftdurchlässig (typisch HDPE): Das Gewebe hat eine offene Struktur. Warme Luft kann durch, Wasser ebenfalls. Der Vorteil ist weniger Windlast und kein Hitzestau unter dem Segel.
- Wasserabweisend: Das Gewebe ist beschichtet oder imprägniert und lässt leichten Regen abperlen. Bei längerem oder stärkerem Regen kommt Wasser durch, besonders an Nähten und bei zu geringer Neigung.
- Wasserdicht: Ab einer Wassersäule von etwa 1.000 bis 1.200 mm gilt ein Gewebe als wasserdicht. Damit das in der Praxis trägt, braucht es zusätzlich ausreichend Gefälle und einen definierten Wasserablauf — sonst steht das Wasser im Tuch.
Woran man Qualität erkennt, ohne den Preis zu kennen
- Gibt es ein Datenblatt? Seriöse Gewebehersteller veröffentlichen Flächengewicht, Lichtdurchlässigkeit, Reißfestigkeit und Brandverhalten. Fehlt das Datenblatt komplett, ist das ein Signal.
- Wird die Gewebemarke genannt? Angebote, die nur „hochwertiges Acrylgewebe“ schreiben, lassen sich nicht vergleichen. Mit Marke und Typbezeichnung lässt sich das Datenblatt selbst nachschlagen.
- Wie sind die Nähte ausgeführt? Bei Segeln sind Nähte und Ecken die Schwachstellen, nicht die Fläche.
Häufige Fragen
Welches Sonnensegel-Material ist das beste?
Ab wann gilt ein Sonnensegel als wasserdicht?
Ist HDPE oder Polyester besser?
Warum bleichen Sonnensegel aus?
Quellen
- UV Standard 801, EN 13758 und AS/NZS 4399 — Prüfverfahren für den UV-Schutzfaktor von Textilien — Prüfstandards; das BfS benennt diese drei als die maßgeblichen
- Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz durch Kleidung — Bundesbehörde
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