Terrassenbeschattung Ratgeber

Bauart

Pergola und Lamellendach

Kurz gesagt

Ein Lamellendach kann, was Markise und Segel nicht können: Schatten spenden und gleichzeitig Wärme abziehen lassen. Der Preis dafür ist eine feste Konstruktion — mit Fundament, Schneelast und Genehmigungsfrage.

Vom Rankgerüst zum Lamellendach

Der Begriff Pergola hat sich verschoben. Ursprünglich war es ein offenes Gerüst für Kletterpflanzen; heute verkaufen die meisten Anbieter darunter eine Aluminiumkonstruktion mit beweglichem Dach. Drei Stufen sind zu unterscheiden:

  • Offene Pergola: Gerüst ohne Dachhaut, Schatten entsteht durch Bewuchs oder ein aufgelegtes Tuch. Günstig, luftig, kein Regenschutz.
  • Pergola mit Tuchdach: Ein Gewebe läuft auf Seilen oder in Schienen zwischen den Trägern — im Grunde eine freistehende Seilspannmarkise.
  • Lamellendach: Feste Aluminiumlamellen, die sich drehen lassen. Geschlossen sind sie regendicht, geöffnet lassen sie Luft und Licht durch.

Der Vorteil, der andere Systeme nicht haben

Ein Lamellendach kann etwas, das weder Markise noch Segel können: Es trennt Schatten von Belüftung. Bei geöffneten Lamellen entsteht Schatten, während warme Luft nach oben abzieht — genau das Problem, das unter geschlossenen Glasdächern entsteht, tritt hier gar nicht erst auf.

Geschlossen wird daraus ein Regendach, das auch im Herbst nutzbar bleibt. Der Preis dafür ist eine feste Konstruktion mit Fundament und, je nach Bundesland und Größe, eine Genehmigungsfrage.

Freistehend oder angebaut

Angebaute Pergolen nutzen die Hauswand als Auflager und brauchen weniger Fundament. Freistehende Konstruktionen lassen sich dort platzieren, wo die Sonne steht — ohne Bindung an das Gebäude —, brauchen aber vier tragfähige Punkte und in der Regel Punktfundamente.

Beides sind bauliche Anlagen. Ob eine Genehmigung nötig ist, entscheidet die Landesbauordnung, teils auch der Bebauungsplan der Gemeinde.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pergola und Lamellendach?

Eine Pergola ist ursprünglich ein offenes Gerüst ohne Dachhaut. Ein Lamellendach hat drehbare Aluminiumlamellen: geschlossen regendicht, geöffnet luftdurchlässig. Im Handel wird beides oft als Pergola bezeichnet.

Ist ein Lamellendach im Winter nutzbar?

Geschlossen trägt es Schneelast, und die hängt von Konstruktion und Standort ab — Deutschland ist in Schneelastzonen eingeteilt. Viele Hersteller schreiben vor, die Lamellen im Winter zu öffnen, damit sich kein Schnee sammelt. Die Herstellerangabe muss zur Zone des Standorts passen.

Braucht eine Pergola eine Baugenehmigung?

Das richtet sich nach der Landesbauordnung und teils nach dem Bebauungsplan der Gemeinde. Maßgeblich sind meist überdachte Fläche, umbauter Raum und der Abstand zur Grundstücksgrenze. Die Auskunft der Bauaufsicht ist in der Regel kostenlos.

Warum wird es unter einem Lamellendach nicht so heiß wie unter Glas?

Weil bei geöffneten Lamellen warme Luft nach oben abziehen kann. Unter einem geschlossenen Glasdach staut sie sich — das ist der bauphysikalische Unterschied zwischen beiden Lösungen.

Quellen

  1. DIN EN 13561, Markisen — Leistungs- und Sicherheitsanforderungen — Norm, Bezug über Beuth-Verlag
  2. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Windeinflüsse, Windlasten, Einsatzempfehlungen“, Ausgabe April 2024 — Fachverband, abgestimmt mit den Fachausschüssen der IVRSA (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

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