Terrassenbeschattung Ratgeber

Bauart

Gelenkarm-, Kassetten- und Klemmmarkise

Kurz gesagt

Offen, Halbkassette oder Vollkassette — der Unterschied liegt darin, wie gut das eingefahrene Tuch geschützt ist. Für die flache Abendsonne hilft kein Ausfall, sondern ein Volant oder eine Senkrechtmarkise.

Drei Bauarten, ein Prinzip

Eine Markise fährt ein Tuch aus einer Halterung an der Hauswand heraus und spannt es über die Terrasse. Der Unterschied zwischen den Bauarten liegt darin, wie gut das eingefahrene Tuch geschützt ist — und das entscheidet über Lebensdauer und Preis.

Markisenbauarten im Vergleich
BauartSchutz im eingefahrenen ZustandTypischer Einsatz
Offene Gelenkarmmarkisekein Gehäuse; Tuch und Technik liegen freigeschützte Lagen, Balkone unter Dachüberstand, kleines Budget
HalbkassetteTuchrolle oben abgedeckt, Gelenkarme bleiben sichtbarder übliche Kompromiss bei Terrassen
VollkassetteTuch und Arme vollständig im geschlossenen Gehäusefreie Lagen, ganzjährige Montage, hoher Anspruch an Langlebigkeit

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Die Bauart sagt nichts über die Windwiderstandsklasse — die wird getrennt geprüft und gehört ins Angebot.

Was die Kassette wirklich bringt

Der Nutzen ist konkret: Ein Tuch, das eingefahren im Freien liegt, sammelt Staub, Pollen und Feuchtigkeit. Wird es feucht eingefahren und bleibt es wochenlang geschlossen, begünstigt das Stockflecken — die sind kein Materialfehler, sondern Folge der Nutzung, und Hersteller schließen sie in der Regel von der Gewährleistung aus.

Eine Vollkassette nimmt dieses Risiko weitgehend heraus und verlängert die Zeit zwischen zwei Reinigungen erheblich. Sie kostet dafür mehr und hat ein größeres Gehäuse, das an der Fassade sichtbar bleibt.

Ausfall, Neigung, Volant

Drei Maße bestimmen, ob eine Markise ihren Zweck erfüllt:

  • Ausfall — wie weit das Tuch herausfährt. Er sollte die Sitzgruppe abdecken, wenn die Sonne am tiefsten steht, nicht mittags.
  • Neigung — je flacher, desto mehr Schatten fällt nach vorn; je steiler, desto besser läuft Regenwasser ab und desto weniger blendet tief stehende Sonne.
  • Volant — der bewegliche Streifen an der Vorderkante. Er schirmt die flache Abendsonne ab, die unter dem Tuch hindurchkommt.

Bei West- und Südwestterrassen ist genau diese Abendsonne das eigentliche Problem: Sie kommt so flach, dass kein Ausfall der Welt sie noch abfängt. Dafür sind Volant oder eine Senkrechtmarkise gemacht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Halb- und Vollkassette?

Bei der Halbkassette ist nur die Tuchrolle abgedeckt, die Gelenkarme bleiben im eingefahrenen Zustand sichtbar. Die Vollkassette schließt Tuch und Arme komplett ein und schützt sie dadurch besser vor Feuchtigkeit und Verschmutzung.

Wie viel Ausfall braucht eine Markise?

So viel, dass die genutzte Fläche auch dann im Schatten liegt, wenn die Sonne tiefer steht — mittags reicht weniger als am Nachmittag. Wer eine Sitzgruppe beschatten will, misst deren Tiefe und rechnet Reserve dazu.

Warum bekommt mein Markisentuch Flecken?

Meist, weil es feucht eingefahren wurde und geschlossen geblieben ist. Diese Stockflecken sind Nutzungsfolge und in der Regel von der Gewährleistung ausgenommen. Abhilfe: nass eingefahrenes Tuch bei nächster Gelegenheit wieder ausfahren und trocknen lassen.

Wozu dient der Volant an der Vorderkante?

Er schirmt flach einfallende Sonne ab, die sonst unter dem Tuch hindurchkommt. Bei West- und Südwestterrassen ist er deshalb kein Zierelement, sondern funktional.

Quellen

  1. DIN EN 13561, Markisen — Leistungs- und Sicherheitsanforderungen — Norm, Bezug über Beuth-Verlag
  2. Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz e.V.: Technische Richtlinie „Windeinflüsse, Windlasten, Einsatzempfehlungen“, Ausgabe April 2024 — Fachverband, abgestimmt mit den Fachausschüssen der IVRSA (PDF)

Wir verlinken als Quellen ausschließlich Normen, Behörden, Prüfinstitute, Fachverbände und technische Datenblätter — keine Shops und keine Ratgeberseiten. Zuletzt geprüft: August 2026. Angaben ohne Gewähr.

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